Geschwindigkeit.de Blog Wovon ist die Internetgeschwindigkeit abhängig?

Wovon ist die Internetgeschwindigkeit abhängig?

Kaum eine andere Erfindung hat in den letzten Jahrzehnten das Leben der Menschen mehr beeinflusst wie das Internet. Dabei ist die virtuelle Welt gar nicht so jung wie man meinen mag.

Als Vorreiter wurde bereits in den 1960er Jahren eifrig an Netzwerken getüftelt. Im Jahr 1969 galt das Arpanet als wichtiges Tool, um Großrechner auf Universitäten miteinander zu verbinden. In den 1980er Jahren erfolgte dann die Umstellung von Arpanet- auf Internet Protokolle. Zunächst war das Internet vorwiegend auf Universitäten innerhalb der USA bekannt, bald erfolgte jedoch die Verbreitung in Europa. Tim Berners-Lee entwickelte am Europäischen Institut für Kernforschung (CERN) im Jahr 1989 die Grundlagen des heutigen WWW, somit stand der Kommerzialisierung des Netzes nichts mehr im Wege. 1993 stellte man mit Mosaic den ersten grafikfähigen Webbrowser interessierten Usern kostenlos zur Verfügung und von da an ging die Entwicklung rasch weiter.

Nutzerverhalten vom Beginn bis zur Gegenwart

Während der Anfänge des WWW machte man sich um Übertragungsraten noch weit weniger Sorgen als heute. Man staunte über die Möglichkeit, sich mit Menschen und Unternehmen in aller Welt zu vernetzen, die Geschwindigkeit war in vielen privaten Anfängen in den 1990er Jahren noch eher nebensächlich. Im Jahr 1990 nutzen gerade einmal 0,1 Prozent aller Deutschen das Internet. Fünf Jahre später war der Anteil mit 1,8 Prozent ebenfalls noch sehr gering. Im Vergleich dazu nutzten in den USA bereits fast 10 Prozent im selben Jahr das Netz. Zur Jahrtausendwende war in Deutschland erstmals die 30-Prozentmarke erreicht. Dann ging es mit der weiteren Verbreitung rasch: 2005 haben bereits drei Viertel der Menschen in Deutschland an, das Internet regelmäßig zu nutzen. 2017 waren es 81 Prozent. Während sich das Internet auf PCs und Laptops schon während der letzten 10 Jahre immer mehr am Markt etabliert hat, ist mobiles Internet noch relativ jung. Dennoch nutzen bereits 64 Prozent aller Deutschen die Möglichkeit, auf dem Smartphone in das Netz einzusteigen. Mittlerweile ist das WWW in vielen Lebensbereichen zum unverzichtbaren Begleiter geworden. Unter anderem nutzen es Menschen dafür:

  • Arbeiten: e-mals versenden, internetbasierte Datenbanken, Kundenkorrespondenz, Fakturierung, Mahnwesen, Recherche, etc.
  • Soziale Kontakte auf Facebook, Twitter & Co pflegen
  • Internettelefonie: Skype, etc.
  • Gaming: Online Casinos, Sportwetten, kostenlose Spiele
  • Informationsfindung: News, Wetter, Sport
  • Einkaufen

Während in manchen Bereichen die Internetgeschwindigkeit ein weniger relevantes Thema ist, kommt es bei vielen Aktivitäten im Netz sehr wohl darauf an.

Was versteht man eigentlich unter Internetgeschwindigkeit?

Die korrekte Bezeichnung für Internetgeschwindigkeit ist eigentlich „Datenübertragungsrate“. Darunter versteht man die Datenmenge, die in einem definierten Zeitabschnitt über einen Kanal übertragen wird. Die Rate ermittelt man durch das Zählen von Dateneinheiten, die in einer bestimmten Zeitspanne durchfließen. Die kleinste Einheit einer Datenmenge wird als Bit bezeichnet. Aus diesem Grund wird die Übertragungsrate in bits per second (Bit/s oder einfach bps) angegeben. Größere Datenmengen können darüber hinaus in kilo-, mega- und gigabit angegeben werden. 1 kbit sind demnach 1000 bit. Die Internetgeschwindigkeit ist von weiteren Faktoren wie zum Beispiel von der Art des Zugangs abhängig.

Internetzugänge einst und jetzt

Die ersten Internetanschlüsse in den 1990er Jahren erfolgten in der Regel über Schmalband. Damals war die Datenübertragungsrate mit maximal 64 kbit/s relativ gering. Die Rate war starr an die Datenübertragungsrate der analogen Festnetztelefonie gekoppelt. Für die Einwahl war ein Telefonmodem notwendig. ISDB (Integrated Services Digital Network) machte schließlich schnellere Internetverbindungen möglich. In vielen Ländern, so auch in Deutschland, waren für die Einführung von ISDN einschneidende technische Veränderungen notwendig. Im Jahr 1994 waren die technischen Voraussetzungen in Deutschland geschaffen, um ISDN flächendeckend anbieten zu können. Ein Vielfaches der bis dahin üblichen Übertragungsraten leistet Breitband. Bei dieser Technologie werden innerhalb einer Sekunde Millionen von Bits übertragen. Diese Art der Internetverbindung punktet mit vielen Vorteilen. Einer davon ist, dass die Bandbreite nicht geteilt wird. Egal wie viele Menschen den Zugang nutzen, die Geschwindigkeit bleibt immer gleich hoch. Außerdem kann man Breitband Internet, das über Kabel übertragen wird, in allen Räumen des Hauses nutzen. Durch die schnellen Übertragungsraten des Breitband Internet wurden moderne Kommunikationsmethoden wie Telefonkonferenzen erst möglich. Egal ob Privathaushalt, Kleinunternehmer oder Konzern, Breitband Internet ist heute für jeden finanzierbar. Unternehmer profitieren in mehreren Bereichen von den stabilen Verbindungen. Auch große Datenmengen können sicher und rasch an Kunden, Partner oder Lieferanten übertragen werden. Da man über das Internet Telefonkonferenzen abhalten kann, sind weniger Geschäftsreisen notwendig. In diesem Punkt können Firmen viel Geld sparen.

Wovon ist die Internetgeschwindigkeit konkret abhängig?

Beim Nachbarn lässt es sich besser online Games spielen als zu Hause, obwohl dieser nur wenige Meter entfernt wohnt? Das kann durchaus passieren, wer nämlich über einen DSL Anschluss in das Internet einsteigt, ist von der Entfernung zu der nächsten Verteilerstelle abhängig. Je weiter diese entfernt ist, umso weniger Bandbreite kann empfangen werden. Nicht immer hat man als Kunde also einen Einfluss auf die Internetgeschwindigkeit. Die Kabellänge zum Verteiler lässt sich nicht ändern, somit ist auch der Wechsel zu einem anderen Anbieter wenig sinnvoll. Abhilfe schafft nur, auf andere Zugangstechniken auszuweichen. Besonders schnell surfen Menschen, die in einem Gebiet wohnen wo bereits ein Glasfasernetz errichtet wurde. Relevant für die Internetgeschwindigkeit ist auch, ob man WLAN nutzt oder mit einem LAN Kabel einsteigt. WLAN punktet mit vielen Vorteilen: Man kann neue Endgeräte ganz schnell in das Netzwerk integrieren und den Computer, Laptop oder das Smartphone in jedem beliebigen Raum nutzen. Auf der anderen Seite wiederum ist das über Funk betriebene Netz relativ störungsanfällig. Sogar Elektrogeräte wie die Mikrowelle können einen Einfluss auf die Internetgeschwindigkeit haben. Außerdem sollte man genau darauf achten, wo man den Router anschließt. In einigen Häusern und Wohnungen gibt es mehr als nur einen Telefonanschluss. Der Router sollte immer am Hauptanschluss angesteckt werden, um von der maximalen Internetgeschwindigkeit zu profitieren. Darüber hinaus sollte man den Router nicht hinter einem Kasten verstecken. Möbel, Strom- und Wasserleitungen sowie Wände senken die Geschwindigkeit. Am schnellsten surft, wer den Computer in Sichtweite zum Router aufstellt. Hier noch weitere Tipps, um über WLAN schneller zu surfen:

  • Netzüberlastung vermeiden – nicht zu viele Geräte gleichzeitig an WLAN anschließen
  • Datenkanal wechseln
  • Netzwerkkarte des Computers oder Laptops überprüfen
  • Wer eine besonders stabile Verbindung benötigt, schließt das Endgerät direkt mit einem LAN Kabel an den Router an

Das Internetz hat das Leben im Arbeits- und Privatleben maßgeblich verändert. Wichtig sind vielen die Stabilität und eine hohe Datenübertragungsrate, die man zum Teil selbst beeinflussen kann.